Currywurst


Willkommen!

Zum Titel dieses Blogs ...

Als Jugendlicher fuhr ich einmal nachts mit einem Bus der ÖPNV und wunderte mich, warum der Fahrer so rast - man kennt ja sonst bei den Öffentlichen die Fortbewegung im Schneckentempo.
Nach vielen halsbrecherischen Kurven und vermutlich Todesangst bei den meisten (wenigen) Fahrgästen wurde die Intention des hektischen Busfahrers klar: Er hielt plötzlich an einer Imbiss-Bude und kaufte sich eine Currywurst, die er in der nun vorher herausgefahrenen Frei-Zeit genüsslich verspeisen konnte.
Wenn auch offen bleibt, wie sich dies mit den allgemeinen Beförderungsbedingungen vereinbaren lässt (versuche mal, als Fahrgast mit Currywurst in einen Bus einzusteigen), so ist es für mich
die Matapher für die Bewegungsabläufe in vielen Tanzfiguren geworden: Erst beeilen, und dann die Ruhe genießen (siehe Stichwort "Currywurst" in den Techniktipps)!

Jetzt viel Spaß beim Üben, für jeden sollte etwas Interessantes dabei sein ...

Hinweise:
1) Die in diesem Blog verwendeten Schrittbeschreibungen bilden keine vollständige Technik-Definition der Figuren, sondern haben immer nur die jeweils für das Thema nötige Detailschärfe.
2) Einträge mit "ZH" und dem Label "zuhause" sind Tipps mit wenig Platzbedarf, damit man auch während der Corona-Krise 2020 und ggf. später etwas zum Üben hat.
3) Einträge mit "TL" in der Überschrift und dem Label "TechnikDerWoche" sind Zusammenfassung zu realen Kurz-Unterrichtseinheiten, die ich im Rahmen von Mittwochsübungsabenden einer Berliner Tanzschule in Kreuzberg (geschlossen seit Ende 2018) gegeben hatte.

Benutzungstipp:
Die Labels an der rechten Seite kategorisieren die Einträge. Wenn ihr dort hinklickt, lassen sich viele Themen leichter finden.



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TL 08.04.2015 Lgs.Walzer - Gegenbewegung

Siehe auch diesen Eintrag zur Erzeugung von Schwung ...

Wir wollen anhand einer geschlossenen Drei-Schritt-Drehung rechtsherum (also 1-3 Natural Turn) die Erzeugung der Rotation betrachten.
Wenn man während des rechten Vorwärtsschrittes beginnt, die linke Seite leicht vorwärts zu rotieren, spricht man von Gegenbewegung (CBM, "Contrary Body Movement"). Genau genommen beginnt diese Bewegung also, wenn man sich noch vom linken Standbein in den rechten Vorwärtsschritt hinein schiebt. Wenn dann das Gewicht den rechten Fuß erreicht hat, lässt man die linke Körperseite die Achse des rechten Beines passieren, der folgende Seit-Schritt beginnt vorwärts.
Der entsprechende Rückwärts-Teil der Drehung:
Links rückwärts mit Druck aus dem rechten Standbein, Beginn des Rückwärts-Schwungs der rechten Körperseite, die bei "1" die Achse des linken Beines passiert, so dass der folgende Seit-Schritt rückwärts beginnt.

TL 14.08.2013 Führung (1) - Lgs.Walzer

Stelle dir "Führung" als Informations-, nicht als Kraft-Übertragung vor.
Der Herr* übermittelt (im Idealfall für jeden einzelnen Schritt, für untere Niveaus aber oft auch nur pro Figur) der Dame* alle veränderbaren Schritt-Informationen also:
- genauer Zeitpunkt und Geschwindigkeit
- Richtung, Größe und Drehung
- Senken / Heben
- Tanzhaltungsveränderungen (Gegenbewegungsstellung / Seitenführung; Promenadenposition; Neigung)
Die Dame muss ununterbrochen versuchen, aus der Körperhaltung und -bewegung des Herren o.g. Kriterien herauszulesen.
Durch eine stabile Haltung des Paares im Bereich Oberkörper-Arme gehen die Bewegungsinformationen des Herren auf die Dame über.
Bei Herren-Rückwärtsschritten darf er sie nicht ziehen müssen, sondern die Dame muss aktiv reagieren und Vorwärtsbewegungen aus eigenem Antrieb durchführen, im Rahmen seiner Führung.

Übung
Tanzt die Grundschritt-Linksdrehung (in häufiger Aneinanderreihung) - es geht natürlich auch mit der Rechtsdrehung, die aber meist schon oft geübt wurde, deshalb hier die Linksdrehung; nun stoppt der Herr bei einem beliebigen Takt auf "3". Die Dame muss also das Anhalten spüren, ebenso den Neu-Start. Dies geschieht immer ausgehend von der Standbein-Bewegung des Herren.

*Verwendung "Herr" und "Dame" bei gleichgeschlechtlichen Tanzpaaren: gerne hier weiterlesen!

Regeln zur Fußarbeit (Standardtanz)

(Beachte "Anmerkungen zu 'Regeln' "!)
Anmerkung: Tango hat kein Heben. (hoffentlich selbstverständlich)

Bei einem flachen Vorwärtsschritt benutzt man die Ferse, damit der Fuß natürlich abrollen kann.
Schritte, vor denen bereits gehoben wurde, sind auf Ballen, außer sie besitzen die Eigenschaft "hoch, nicht im Fuß" ( = NFR).
Die Figuren beginnen unten, heben häufig im Laufe der Bewegung und enden unten (damit die nächste Figur wieder unten beginnen kann). Wenn man zu Übungszwecken am Figurenende anhält, ist es ratsam, den Zeitpunkt zu wählen, zu dem man noch oben ist, und das Senken dem Bewegungsablauf der nächsten Figur zuzuschlagen.

Bei Rückwärtsschritten ist auch die Fußarbeit des freiwerdenden Beines zu betrachten. Diese richtet sich nach dem letzten Zustand, den der Fuß bei einer vorangegangenen Aktivität hatte.
Beispiel 1:
 Vorherige Figur endete flach. Dann muss der freiwerdende Fuß eines kommenden Rückwärtsschrittes zunächst über die Ferse rollen.
Beispiel 2:
 In einer Figur ist man schon oben. Dann muss der freiwerdende Fuß eines kommenden Rückwärtsschrittes über den Ballen ziehen, außer man hat NFR.

Grundstellung zum Üben

Zum Solo-Üben ...

Stelle dich mit geschlossenen Füßen auf.


Achte auf einen aufrechten Oberkörper: Der Frontbereich unter den Rippenbögen muss lang sein, unterstützend stabilisierst du die Rückseite über die Rückenmuskulatur. Ebenso ist die Halspartie zwischen Schlüsselbein und Kinn lang.


Halte die Arme zur Seite. Die Oberarme fallen von den Schultern aus leicht ab. Die Ellenbogen und Unterarme sind leicht vor der Körperfront-Ebene. Damit man beim Heben der Arme die Schultern nicht verspannt oder gar hochzieht, stelle dir vor du wärst eine Marionette, und über die Fäden an den Händen werden die Arme hochgezogen (also ohne unnütze übermäßige Muskelverspannungen).


Die Beine sind grundsätzlich locker, man steht also mit leicht gebeugten, niemals durchgedrückten Knien da. Verlagere mal das Gewicht auf ein Bein, mal auf das andere (nicht durchdrücken, weich!).