Currywurst


Willkommen!

Zum Titel dieses Blogs ...

Als Jugendlicher fuhr ich einmal nachts mit einem Bus der ÖPNV und wunderte mich, warum der Fahrer so rast - man kennt ja sonst bei den Öffentlichen die Fortbewegung im Schneckentempo.
Nach vielen halsbrecherischen Kurven und vermutlich Todesangst bei den meisten (wenigen) Fahrgästen wurde die Intention des hektischen Busfahrers klar: Er hielt plötzlich an einer Imbiss-Bude und kaufte sich eine Currywurst, die er in der nun vorher herausgefahrenen Frei-Zeit genüsslich verspeisen konnte.
Wenn auch offen bleibt, wie sich dies mit den allgemeinen Beförderungsbedingungen vereinbaren lässt (versuche mal, als Fahrgast mit Currywurst in einen Bus einzusteigen), so ist es für mich
die Matapher für die Bewegungsabläufe in vielen Tanzfiguren geworden: Erst beeilen, und dann die Ruhe genießen (siehe Stichwort "Currywurst" in den Techniktipps)!

Jetzt viel Spaß beim Üben, für jeden sollte etwas Interessantes dabei sein ...

Hinweise:
1) Die in diesem Blog verwendeten Schrittbeschreibungen bilden keine vollständige Technik-Definition der Figuren, sondern haben immer nur die jeweils für das Thema nötige Detailschärfe.
2) Einträge mit "ZH" und dem Label "zuhause" sind Tipps mit wenig Platzbedarf, damit man auch während der Corona-Krise 2020 und ggf. später etwas zum Üben hat.
3) Einträge mit "TL" in der Überschrift und dem Label "TechnikDerWoche" sind Zusammenfassung zu realen Kurz-Unterrichtseinheiten, die ich im Rahmen von Mittwochsübungsabenden einer Berliner Tanzschule in Kreuzberg (geschlossen seit Ende 2018) gegeben hatte.

Benutzungstipp:
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TL 05.06.2013 Langsamer Walzer - Chassé aus Promenadenposition

Übung: Steht in Promenadenposition (P.P.) entlang Tanzrichtung, durch eine Vorgänger-Figur (s.u.) erzeugt: Herr links seit in P.P. / Dame rechts seit in P.P. (also die Füße beider Partner jeweils im 45°-Winkel zur Promenaden-Bewegungslinie).
Nun tanzt:
HERR
1) "1" - rechter Fuß, vorwärts und überkreuz in P.P. (Ferse),
dann ein hohes Standardtanz-Chassé:
 2) "2" - linker Fuß seit, leicht vor, entlang Tanzrichtung
 3) "und" - rechter Fuß schließt zum linken
 4) "3" - linker Fuß seit, leicht vor
Der erste Schritt einer Folge-Figur wird rechts vor außenseitlich Dame gesetzt.

DAME
1) "1" - linker Fuß, vorwärts und überkreuz in P.P. (Ferse),
dann ein hohes Standardtanz-Chassé:
 2) "2" - rechter Fuß seit, entlang Tanzrichtung mit 1/8 Linksdrehung zwischen 1 - 2
 3) "und" - linker Fuß schließt zum rechten mit 1/8 Linksdrehung zwischen 2 - 3, Körper dr. weniger
 4) "3" - rechter Fuß seit, leicht rück
Der erste Schritt einer Folge-Figur wird links rück mit Herr außenseitlich gesetzt.

Dabei ist wichtig, dass die Dame die Anfangsphase des Chassés anders tanzt als der Herr:
a) Wie bei allen Standardtänzen außer Tango wird ein Seitwärtsschritt, der auf einen Vorwärtsschritt folgt - hier also Schritt 2, selbst noch vorwärts angesetzt.
b) Beachtet man nun noch, dass sich die Dame im Außenkreis der Drehung befindet, muss sie diesen Schritt 2 wesentlich größer als der Herr tanzen.
Merkt euch also für diese Figur, Schritt 2: Herr tanzt mittelgroß, Dame größer.
Um diesen Aspekt bzgl. Führen-Folgen umzusetzen, muss man sich klar machen, dass es bei vielen Figuren nicht ausreicht, wenn die Dame die Bewegung des Herren nur gegengleich "kopiert". Kompliziert wird es, wenn die Dame größer als der Herr tanzen soll. Hier, beim Chassé aus P.P. erreicht der Herr dies, indem er bei Schritt 1 eine starke Progression für die gesamte Figur "vortäuschend" einleitet, sich dann - etwas entkoppelt von der Dame - ab Ende 1 zurücknimmt, und so der Dame die Gelegenheit gibt, größer zu tanzen als er selbst.

Empfohlene Vorgänger-Figuren:
a) außenseitlicher Wechsel zur P.P.
 oder
b) offener Impetus an einer Ecke
 oder
c) offener Telemark

Mit anderer Startposition für das Chassé: Wischer (P.P. hinten gekreuzt)

TL 29.05.2013 Cha Cha Cha - Split Cuban Break

Übung: Tanze die Figur "Open Check" / "Promenaden" / "New Yorker" (alles drei bezeichnet dieselbe Figur) als wären wir in Rumba. Nun verdoppeln wir das Tempo, dabei muss die Schrittgröße verkleinert werden. Jede Etappe "schnell - schnell - lang" wird zum Rhytmus "Cha Cha Cha".

Diese Figur heißt im Cha Cha Cha "Split Cuban Break" bzw. "Quick New Yorker". Die Partner können dabei gegengleich parallel voreinander in Doppelhandhaltung oder mit mehr Drehung und jeweils auf einer Seite gelösten Händen entsprechend dem Original-Open-Check tanzen, was mehr Geschicklichkeit erfordert, da die Hände schnell umgegriffen werden müssen.

Beispiel-Reihenfolge:
Grundschritt "2, 3, Cha Cha Cha" - Da. Solo Spot Turn rechts zur Doppelhandhaltung "2, 3, Cha Cha Cha"- 2x Split Break "2 und 3, 4 und 1" - 2x Quick New Yorker "2 und 3, 4 und 1" - Open Check "2, 3, Cha Cha Cha" - Spot Turn "2, 3, Cha Cha Cha"

TL 22.05.2013 Quickstep - Grundschritt-Überleitung zu Figuren mit linkem Fuß

Der zweite Teil des Quickstep-"Grundschritts", das Progressive Chassé führt dazu, dass der Herr danach rechts außenseitlich Partnerin tanzt. Will man an die Grundschritt-Sequenz eine Figur mit Herr links vorwärts schräg zur Wand (Richtung ggf. änderbar) hängen, dann kann man das Chassé verkürzen: statt "Start (Herr rechts rück / Dame links vor) - seit - Schluss - seit" "Start - seit - Schluss".'
Im Vergleich zum Progressive Chassé "fehlt" also ein Schritt, die Figur endet mit dem Schließen, was Auswirkungen auf eben dieses Schließen hat:
Beim Chassé wird das Schließen (a) in unterdrehter Körperposition getanzt, also Fuß schräg zur Wand, aber Körper (Herr Front / Dame Rücken) fast parallel zur Wand; außerdem (b) haben beide Partner im Zeitpunkt des Schließens noch seitliche Bewegungsenergie entlang der Tanzrichtung.
Genau diese beiden Aspekte, (a) und (b), müssen verändert werden: (a) man steht beim Schließen nun vollständig Front (Dame Rücken) schräg zur Wand, und (b) hat keine Bewegungsenergie mehr, sondern stoppt für einen Sekundenbruchteil.
Nun kann für die nächste Figur der gewünschte Schrittansatz für einen flachen Gehschritt links (Dame rechts rück) schräg zur Wand erzeugt werden.

Danach:
[Eine einfache Folge-Figur wäre ein neutraler Gehschritt, gefolgt von jeder beliebigen Figur mit rechts (Dame links), ohne außen zu tanzen. Als kompliziertere Folgefiguren seien Cross Swivel oder Double Reverse Spin genannt.]
Wir nehmen mit mittlerem Schwierigkeitsgrad hier das Cross Chassé:
HERR
1) Front schräg zur Wand links vor (Ferse)
2) rechts seit (Ballen); 3) Schluss (Ballen), Senken Ende (3)
Rhythmus: "lang - schnell - schnell"
Der nächste Schritt (z.B. der erste vom "Grundschritt") muss außenseitlich Partnerin getanzt werden!
DAME
1) Rücken schräg zur Wand rechts rück
2) links seit (Ballen); 3) Schluss (Ballen), Senken Ende (3)
Rhythmus: "lang - schnell - schnell"
Der nächste Schritt (z.B. der erste vom "Grundschritt") muss links rück (Partner ist außen) getanzt werden!

TL 15.05.2013 Rumba - Vorwärts-Gehschritte

Übung: Stelle auf einer Linie den linken Fuß vor den rechten. Dies ist vermutlich sehr wackelig. Wenn du aber auf der Linie bleibend die Beine auswärts drehst, so dass der linke Fuß im max. 45°-Winkel auf der Linie nach links und der rechte entsprechend nach rechts zeigt, stabilisiert sich die Stellung. Diese Ausdrehung ist in fast allen Lateintanzfiguren (außer Paso Doble) enthalten. Rumba-spezifisch ( + Cha Cha Cha) drückt man das Knie des Standbeines durch, das freie Bein ist möglichst gestreckt.
Nun betrachten wir den Weg des Fußes auf dem Boden, bis zum Erreichen des Zielpunktes. War der linke Fuß anfangs hinter dem rechten frei, so muss er nun auf die Linie vor den rechten bewegt werden. Merke: Zu keinem Zeitpunkt verlässt bei Rumba irgendeine Fußspitze den Boden, auch nicht die des sich bewegenden Fußes. Damit nun der linke Fuß von hinten nach vorne bewegt werden kann, verlässt er kurz die Linie, nämlich wenn er den rechten passiert (dann stehen die Füße in ausgedrehter Position nebeneinander). Also muss von da an das linke Bein wieder nach innen auf die Linie gedrückt werden, ohne dabei die Ausdrehung zu verlieren. Kurz vor der Belastung muss das Knie zurück gezogen werden, damit es sich bei Belastung durchdrücken kann.
(Dieser Artikel lässt die Hüftbewegungen außer Acht.)

TL 08.05.2013 Tango - Twist zur Promenadenposition

Übung zur Promenadenposition (PP): Stelle dir eine Linie auf dem Boden vor, die "Bewegungslinie" (BL) der geplanten Bewegungsrichtung des Paares parallel zur Wand. Dort stehen die Herren- und Damenfüße jeweils im 45°-Winkel zur BL, die Dame ist rechts zum Herren verschoben.
Verlagere das Gewicht vollständig auf das hintere Bein (Herr rechts / Dame links) und erzeuge tangotypisch mit gebeugtem Knie Bodendruck. Durch die abgesenkte Position könnte das Knie des freien Beines hervorstehen, deshalb lass dieses Bein  (Herr links / Dame rechts) nach innen kippen, so dass vom Fuß die Innenkante des Ballens am Boden ist.
Die Oberkörperlinien der Partner sollen in PP fast parallel stehen, sind also weniger stark geöffnet als die Fußposition. Die gefassten Hände zeigen zur BL ( = Mittellinie des Paares), die Blickrichtung ist für für jeden Partner außen an den gefassten Händen vorbei, so dass die Kopfposition den am weitesten geöffneten Bereich des Paares bildet.
Übung zur Promenadenöffnung (Twist To PP): Alle Promenaden-Erzeugungsfiguren des Tangos enden in oben beschriebener PP, mal in leicht geöffneter Fußposition, mal in geschlossener. Der kürzeste Promenaden-Erzeuger ist folgender Twist To PP. Stellt euch auf als Paar in normaler paralleler geschlossener Tango-Tanzhaltung, Herr mit Front, Dame Rücken schräg zur Wand.
Nun dreht der Herr, ohne dass einer der Partner einen Schritt macht, die Dame am Platz zur PP. Um mit seiner rechten Hand am Rücken der Dame die Tanzhaltung zur PP zu öffnen, darf der Herr nicht die Hand separat bewegen, sondern muss diese Bewegung über die Drehung seines gesamten Oberkörpers nach rechts erzeugen - der Herr führt die Dame zur PP also immer nach hinten.
Eigentlich wird der Twist To PP sehr schnell getanzt, indem man das letzte Viertel des "Langsam"-Zählers der Vorgänger-Figur benutzt. In diesem Falle zähle "... Ab-schluss-schritt" mit "schnell-schnell-langsam und". Für Anfänger funktioniert aber auch "... schnell-schnell-langsam langsam". Allerdings sollte dann der eigentliche Twist schnell erfolgen, und der Rest des "Langsam"-Zählers als Pause verwendet werden.

TL 01.05.2013 Paso Doble - Promenades

Die Promenadenposition (PP) im Paso Doble ähnelt in der Fußstellung der des Standard-Tangos, also:
Die gefassten Hände zeigen die Bewegungsrichtung des Paares an, zu dieser Linie stehen die Füße jedes Partners schräg, im 45°-Winkel.
Übung 1 (Promenade Close): Tanzt [Herr startet mit rechtem Fuß, Dame mit linkem] (1) Appell; (2) seit in PP; (3) vorwärts und überkreuz in PP; (4) Schließen; (5)-(8) Platzschritte oder zweimal Seit-Schluss.
Dabei muss während (1)-(2) die Armhaltung zur PP eingenommen werden: Die gefassten Hände werden nach innen gezogen und zeigen in unterer Position (ca. Brusthöhe) mit nach vorne zeigenden, leicht geöffneten Handflächen in Bewegungsrichtung - die Arme beider Partner bilden einen geweiteten elliptischen Ring. Mit Ende der PP (4) wird wieder die normale Paso-Doble-Tanzhaltung eingenommen.
Übung 2: Tanzt (1) - (3) von Übung 1, dann (4) macht einen weiteren Schritt auf der Promenadenlinie, der eine Gegenpromenadenposition (Counter Promenade Pos. - CPP) erzeugt: die Füße beider Partner zeigen schräg, im 45°-Winkel gegen die Promenadenrichtung, also "Promenade zur anderen Seite". Tanzt weiter [Herr rechts, Dame links]: (5) seitwärts in CPP; (6) vorwärts und überkreuz in CPP; (7) vorwärts zur PP; (8) seitwärts in PP. Tanzt danach (3)-(4) vom Prom. Close (Übung 1) und füllt mit 6 Platz-/Seit-Schluss-Schritten bis 8 auf.
Die Armhaltung der CPP wird wie folgt eingenommen: Da nun die andere Seite des Paares geöffnet ist (Herr nach rechts / Dame nach links), weitet der Herr die Haltung seiner rechten Armes, die Hand rutscht vom Damenrücken auf die Rückseite des Damen-Oberarms. Die Unterarme der anderen Seite (gefasste Hände) rücken näher zusammen und werden über Kopfhöhe gehalten.

TL 24.04.2013 Wiener Walzer - Progression

Um die Progression durch den Raum zu erzeugen, die die Drehungen schön groß und langgezogen - statt quirlig und hektisch - werden lässt, muss man die Bewegungsenergie für den gesamten Bewegungsablauf eines Taktes aus dem Druck des Standbeines "kurz vor 1" erzeugen.

Übung (Rechtsdrehung): Stehe gut auf dem linken Bein mit lockerem Knie, deute mit dem rechten Fuß locker, ohne zu belasten einen Vorwärtsschritt mit Ferse an. Um nun den rechten Vorwärtsschritt konkret in Bewegung zu bringen, musst du dich vom linken Standbein nach unten und vorne abdrücken und nun durchführen "1 - seit - Schluss" mit der bekannten halben Rechtsdrehung. Achte darauf, die Drehung räumlich in die Länge zu ziehen, im Vorwärts-Takt ist der Seit-Schritt "2" wesentlich größer als im Rückwärtstakt - der vorwärts tanzende Partner legt den weiten Weg zurück, der rückwärts tanzende lässt ihn passieren.

Da der Taktschlag "2" immer dieselbe zeitliche Länge hat (im Wiener Walzer normalerweise 1/3 Sekunde), man aber einmal mehr Weg und einmal weniger Weg zurücklegt, hat man im Vorwärtstakt de facto eine höhere Geschwindigkeit als im Rückwärtstakt.
Beachte, dass anfangs beschriebener Start-Schub bei jedem Takt neu aufgebaut werden muss, er erfolgt also (außer beim ersten Takt) als Endung des Schließens bei "3 und". Ebenso darf man sich beim Starten nicht erst in Bewegung setzen, wenn man die Betonung des Taktschlags "1" in der Musik hört, sondern auch hier bereits bei "3 und" des vorhergehenden Taktes. So muss der Herr vor dem Start am besten einige Takte der Musik im Kopf mitzählen, um dann gut einsetzen zu können.

TL 17.04.2013 - Samba Travelling Volta


Übung: Stehe mit leicht geöffneten Füßen auf dem linken Fuß und halte für
die gesamte Übung das Körpergewicht immer weit vorne.
Kreuze den rechten Fuß vor den linken und bringe das gesamte Körpergewicht
über den rechten Ballen (der hintere, linke Fuße könnte angehoben werden).
Da wir "Latein-Füße" benutzen, ist der rechte Fuß leicht nach recht
ausgedreht und die linke Fußspritze zeigt nach links. Kreuze nur so weit,
dass du die rechte Ferse vor die linke Fußspitze setzt. Dies war Taktschlag
"1". Beim Zähler "a" (1/16 Notenwert) positionieren wir den linken Fuß mit
zur Seite zeigender Fußspitze auf Ballen, seit leicht rück. Bei "2"
wiederholen wir das Kreuzen (wie "1") und fahren entsprechend fort "a3 a4".
Auf den vollen Taktschlägen 1, 2, 3, 4 kreuzt man also immer mit starker
Betonung nach vorne, währen die Viertelschläge "a" immer hoch zur Seite
gesetzt werden. Merke: ein "a" belastet man nie auf dem flachen Fuß, da man
sonst zu langsam würde.
Wiederhole die Übung gegengleich mit Links-Vorkreuzen. Achte bei schneller
Ausführung: klein Kreuzen! Das "a" muss zur Seite, darf nicht hinten
verkümmern.
Übungsfolge - Travelling Volta in Gegenüberstellung:
Herr startet mit rechtem Fuß zur Seite, Dame links 2 Wischer, endend mit
gelöster Armhaltung Herr linke Hand, Dame rechte zur Seite; nun "1 a2 a3 a4"
Travelling Volta in Gegenüberstellung; danach Herr linker Fuß, Dame rechts
in die Promenaden oder Wischer auf anderer Seite.

TL 10.04.2013 Slowfox - Standardtanz-Rückwärtsschritte / NFR

(siehe auch den Eintrag "Regeln zur Fußarbeit")
Wir betrachten einen "neutralen" (also flachen ...) Standardtanz-Rückwärtsschritt, insbesondere das frei werdende, dann vorne befindliche Bein.
Übung: Stehe mit geschlossenen Füßen auf dem rechten Bein. Bewege das freie linke Bein (ohne es zu belasten!) zur Vorwärtsposition - dort ist die Ferse am Boden (Fußspitze hoch); bewege dasselbe Bein weit ausgestreckt in Rückwärtsposition (ohne es zu belasten) - dort ist die Fußspitze am Boden. Wenn wir jetzt das Körpergewicht langsam zum hinteren Punkt laufen lassen (hintere Ferse hoch halten, sie darf erst den Boden berühren, wenn das vordere Bein das hintere erreicht - aber das machen wir erst später), "kippt" der frei werdende vordere Fuß über die Ferse, wird später mit der Ferse in Kontakt zum Boden zurückgezogen.

Dies ist das Verhalten bei flachen Schritten. Nun variieren wir das Heben.
Übung: Begib dich wie bei obiger Übung in den "Doppelstütz" - zwischen beiden Füßen stehend linker Fuß hinten, noch nicht abgerollt auf Ballen, somit gleichzeitig rechter Fuß vorne auf Ferse.
Nun heben wir zur Position "hoch": aus gebeugten Knien hin zu etwas gestreckteren (nicht durchgedrückten!) hoch auf beide Ballen (vorderer und hinterer Fuß). Nun öfter wechseln: "unten" - "hoch" - Wdh. ...
Jetzt führe dieselbe Übung durch: "unten" - "hoch", aber halte in der Position "hoch" trotzdem die Ferse des vorderen Fußes am Boden; diese Art des Hebens heißt "hoch, nicht im Fuß", in Fachsprache "No Foot Rise", abgekürzt NFR.
Viele Standardfiguren haben NFR in Rückwärtsbewegungen, um zu erzeugen, dass ein Rückwärtsziehen des Fußes auf Ferse statt auf Ballen erfolgt, damit der Fuß nicht zu stark am Boden haftet, der Schritt mit weniger Widerstand flüssiger erfolgen kann.
Einige Beispielfiguren mit NFR: alle Schritte der Dame des Feder- und Dreierschritts (Slowfox); Feder- und Flechten-Ende der Dame (Slowfox); Schritt 1 des Herren beim außenseitlichen Wechsel (Lgs.Walzer) und vergleichbare Situationen.

TL 03.04.2013 Jive - Verfolgungs-Chassés

Die folgenden Figuren benenne ich in Kurzform (A) "Tor" und (B) "Schleife". Es handelt sich hierbei um die Basis-Damendrehungen (A) rechtsherum und (B) linksherum - in der Fachliteratur genannt (A) "Change Of Places From Right To Left" und (B) "Change Of Places From Left To Right".

Beim ersten Lernen dieser Figuren tanzt der Herr meist jeweils einen Grundschritt, ohne selbst zu drehen, was die Dame beim Tor in linker Seitposition und bei der Schleife in mehr oder weniger offener Gegenüberstellung enden lässt. Diesen recht statischen Ablauf wollen wir nun flüssiger gestalten. Ziel ist es, dass der Herr am Ende jeder der beiden Figuren parallel zur Dame in offener Gegenüberstellung steht.

A) Tor, Herr:
"1, 2"LF Rückwärts-Wiegeschritt wie beim Grundschritt
"1a2" - LF sehr kleines Chassé in Promenadenposition
"3a4" - RF kleines Chassé vorwärts, die Dame verfolgend
Beim Start dreht der Herr 1/8 links, ebenso zwischen dem ersten und zweiten Chassé - hat er z.B. Front zur Wand begonnen, steht er am Ende der Figur Front in Tanzrichtung, parallel zur Dame.

A) Tor, Dame:
"1, 2" - RF Rückwärts-Wiegeschritt wie beim Grundschritt
"1a2" - RF Seit-Chassé
"3a4" - LF kurvendes Chassé, endend rückwärts
Beim Start dreht die Dame 1/8 rechts; zwischen dem Wiegeschritt und dem ersten Chassé 1/8 links; beim letzten Schritt des ersten Chassés 5/8 rechts; über das letzte Chassé 1/8 rechts - hat sie z.B. Rücken zur Wand begonnen, steht sie am Ende der Figur Rücken in Tanzrichtung, parallel zum Herren.
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B) Schleife, Herr:
"1, 2" - LF Rückwärts-Wiegeschritt in offener Gegenüberstellung
"1a2" - LF sehr kleines Vorwärts-Chassé nahe dem RF; 3/8 Rechtsdrehung
"3a4" - RF kleines Chassé vorwärts, die Dame verfolgend
Hat er z.B. Front in Tanzrichtung begonnen, steht er am Ende der Figur Front schräg zur Wand gegen Tanzrichtung, parallel zur Dame.

B) Schleife, Dame:
"1, 2" - RF Rückwärts-Wiegeschritt in offener Gegenüberstellung
"1a2" - RF Vorwärts-Chassé, linkskurvend, 1/2 Drehung
"3a4" - LF Rückwärts-Chassé, 1/8 Linksdrehung
Hat sie z.B. Rücken in Tanzrichtung begonnen, steht sie am Ende der Figur Rücken schräg zur Wand gegen Tanzrichtung, parallel zum Herren.

Übung:
1) Tanzt das Tor wie angegeben; achtet darauf, dass die Dame im ersten Chassé Vorsprung gegenüber dem Herren bekommt, damit der Herr sie im zweiten Chassé verfolgen kann. Tanzt die Sequenz im zweiten Chassé sehr langsam, um die Spannung in dem Armen der gefassten Hände zu spüren. Die Dame darf nicht nach hinten fallen, sondern lässt sich etwas vom Herren schieben. Haltet am Ende des zweiten Chassés an, um den Druck in den gefassten Händen für den nächsten Rückwärts-Wiegeschritt vorzubereiten.
2) Tanzt die Schleife unter Beachtung der entsprechenden Punkte. Da sie offen beginnt und offen endet, lässt sich die Schleife (nicht das Tor!) auch problemlos direkt wiederholen, also beliebig vervielfältigen - so übt der Herr, dass die Jive-Grundfiguren in vielfältigen Raumrichtungen erfolgen können.

Anmerkung: Wo ist der Flirt / Bump?
Der Grundschritt in Seitposition ließ sich für den Anfänger gut zwischen Tor und Schleife einfügen, aber jetzt gibt es scheinbar keine Seitposition mehr, da die Damendrehungen in Gegenüberstellung enden. Diesbezüglich kann man den Flirt einfach in offener Gegenüberstellung beginnen und erst während des ersten Chassés zur Seitposition drehen, seine Einsatzmöglichkeit hat sich also sogar erweitert, er kann nun auch nach der Schleife oder jeder anderen offen endenden Figur getanzt werden.

Verfolgungs-Chassés gehören zu den Endungen vieler Jive-Figuren, wie z.B. Windmill, Spanish Arms und Rolling Off The Arm.


TL 27.03.2013 Langsamer Walzer - geschlossene Dreischrittdrehung

Regel für Standardtänze (außer Tango): ein Seit-Schritt, der bei einer Drehung nach einem Vorwärts-Schritt erfolgt, hat anfangs selbst noch Vorwärts-Tendenz, entsprechend umgekehrt nach Rückwärts-Schritten.
Wir Üben am Beispiel der Linksdrehung des Langsamen Walzers, entsprechendes gilt aber auch rechtsdrehend und in den anderen Standardtänzen(außer Tango).
Übung: Wir wollen tanzen: (1) LF vor; (2) RF seit; (3) LF schließt zum RF; mit 1/4 Linksdrehung zwischen (1) und (2). D.h., die Linie, die mit dem Ansatz von (1) entsteht, wird verlängert, (2) wird ebenfalls auf ihr positioniert. Tanze (1) und halte das Gewicht gut auf dem LF. Wenn wir uns vorstellen, dass dieser Punkt den LF am Boden "festkleben" lässt, leiten wir unsere im Gesamtkörper befindliche Bewegungsenergie in die rechte Seite, die an Punkt (1) vorbeifliegt, der Ansatz von (2) ist also mit rechter Fussspitze vorwärts zeigend, erst, wenn (2) positioniert ist, dreht er sich seitlich. Wiederhole als Übung öfter (1) - (2) um zu spüren, wie die Körperseite "fliegt"!
Anmerkung: Bei Taktschlag "2" in der Musik ist unser Schwerpunkt zwischen dem linken und rechten Fuß, damit der Körper noch beim Schließen (3) weiter in Bewegung bleiben kann, der Schwung sich also kontinuierlich von (1) bis (3) verteilt.

TL 20.03.2013 Cha Cha Cha - Vorwärts-/Rückwärts-Chassés

In vielen Cha-Cha-Cha-Figuren gibt es Phasen, in denen man keine Seit-Chassés tanzt, sondern oft Chassés auf Vorwärts- bzw. Rückwärtslinie. Beispiele: Figuren in offener Gegenüberstellung; letztes Chassé der Dame zur Fan-Position und das nächste aus Fan-Position heraus; Endung für Herr und Dame des Hockey Sticks und Ähnliches.
Übung zur Latein-Fußposition: Stelle in recht kleiner Schrittstellung den linken Fuß auf eine Linie vor den Rechten. Wiege von Ballen zu Ballen. Das ist alles sehr wackelig?! Unter Beibehaltung der Einspurigkeit drehe nun auf der Linie die Beine und Füße auswärts (das linke Bein max. 45° nach links, das rechte entsprechend nach rechts). Wiegen wir jetzt von Ballen zu Ballen (bei Rumba und Cha Cha Cha muss sich das Standbein bei Gewichtsübertragung durchdrücken). Nun setzen wir um, den linken Fuß auf Linie (ausgedrehte Position!) hinter den rechten. Üben wir alles nochmals mit rechts rück: Wiegeschritt in Latein-Stellung, dann den rechten Fuß nach vorne auf die Linie holen. Wichtig ist hier, beim Umsetzen der Füße nach dem Wiegeschritt von vorne nach hinten bzw. von hinten nach vorne die Linie inkl. der Latein-Position (ausgedreht) einzuhalten. Dieser Umsetz-Schritt ist der erste Cha von "Cha Cha Cha".

Betrachten wir nun das Rückwärts-Chassé (nach dem LF-Vorwärts-Wiegeschritt):
r1) "Cha" [1/2 Taktschlag = 1/8 Notenwert] LF rück, auf Ballen abgestützt, Fuß nicht abrollen!
r2) "Cha" [1/2 Tktschl. = 1/8 N.] RF schließt vorkreuzend zu LF (auch Lat.-Pos.!), flacher Fuß
r3) "Cha" [1 Tktschl. = 1/4 N.] LF rück, Ballen-Ferse, Bein durchdrücken


Und hier das Vorwärts-Chassé (nach dem RF-Rückwärts-Wiegeschritt):
v1) "Cha" [halber Taktschlag = 1/8 Notenwert] RF vor
v2) "Cha" [1/2 Tktschl. = 1/8 N.] LF schließt hinterkreuzend zu RF (Lat.-Pos.), auf Ballen abgestützt
v3) "Cha" [1 Tktschl. = 1/4 N.] RF vor, flacher Fuß


Zu beachten ist die getauschte Fußarbeit bei den ersten beiden Schritten der Chassés. Dies beruht auf der Lateintanzregel, dass ein hinten stehender Fuß nicht auf Ferse abrollen darf, wenn die dazugehörige Rhytmusangabe schneller als 1/4 Notenwert (ein Taktschlag) ist, weil man in solcher Situation sonst zu schwerfällig würde. Dies trifft auf die Schritte r1 und v2 zu.

TL 13.03.2013 (b) Quickstep - Vorwärts-Kreuzschritt

Im Posting TL 13.03.2013 (a) haben wir den Quickstep-"Grundschritt" geübt, dabei die Blöcke (A){L SSL} und (B){L SSL} identifiziert. Nun kommen wir mit gleicher Zählweise zu (C){L SSL}, was als Vorwärts-Kreuzschritt (Forward Lockstep) getanzt werden soll. Der Figurenname bezieht sich auf die Bewegungsrichtung des Herren als insgesamt vorwärts, auch wenn der er dabei hinterkreuzt (Dame gegengleich).
Also können wir hier bei L SSL auch zählen: "Start - Schritt - Kreuz - Schritt", wobei der Herr RF vor, Dame LF rück starten, der Herr bei "Kreuz" hinterkreuzt, die Dame vorkreuzt. Wie beim Grundschritt ist man "flach - hoch - hoch - hoch". Der hohe SSL-Teil lässt sich als Chassé-Abwandlung verstehen, diese Art Kreuzschritte werden im Standardtanz (außer Tango) immer hoch und mit Seitenführung getanzt, dort wo man beim Chassé "seit - Schluss - seit" zählt, verwendet man nun beim Kreuzschrit "Schritt - Kreuz - Schritt", also ist das Kreuzen eine Art verändertes Schließen, denn man zieht auch hier - wie beim Schließen - die Beine zusammen.
Führung: Tanzt von "Start - Schritt - Kreuz -Schritt" die ersten beiden Schritte, bleibt also beim dem Schritt vor dem kreuzenden Schritt stehen. Nun überlegt euch, welche Linie der Fuß über den Boden ziehen würde, wenn er nicht kreuzen würde (dann bewegt er sich einfach neben das Standbein). Und nun betrachtet die Linie, die er zum Kreuzen ziehen muss - diesen Wechsel der Linie muss der Herr durch Gewichtsverlagerung in seiner eigenen Gleichgewichtsverteilung gegengleich auf die Dame übertragen, d.h. er betont die Bewegungsrichtung des kreuzenden Schrittes aus seiner Sicht etwas mehr nach links, als würde man nicht kreuzen - also kreuzen nicht einfach nur die Füße, sondern auch die Bewegungslinien des Vorgänger- und des kreuzenden Schritts.

TL 13.03.2013 (a) Quickstep - "Grundschritt"

Quickstep "Grundschritt" - die korrekte Bezeichnung ist (A) Quarterturn - (B) Progressive Chassé.
Herr startet RF (Da. LF) mit Rhythmus (A){L SSL} - (B) {L SSL}.
Die jeweils ersten Schritte von A und B sind flach, also mit Ferse des Herrn bei A und Ferse der Dame bei B. In den jeweils folgenden SSL-Phasen sind beide Partner hoch.
Übung: Startet paarweise, Hr. Front schräg zur Wand.
Tanzt, und zählt dabei "A hoch hoch hoch". Der Herr muss den Seit-Schritt (1. hoher) größer tanzen als die Dame, damit die Tanzhaltung in der korrekten Verschiebung bleibt. Der letzte Schritt der Dame ist RF, hoch, diagonal vorwärts, zwischen die Füße des Partners.
Nun starten wir Grundschritt B: Herr RF rück, Dame LF vor mit Ferse, und zählen dabei "B hoch hoch hoch". Hier ist wichtig, dass der Herr bis zuletzt hoch bleibt und die Technik "Körper dreht weniger" benutzt, er also den Körper parallel zur Wand hält, und lediglich der Fuß schräg zur Wand endet, denn der nächste Schritt ist - egal welche Figur gestartet wird - außenseitlich zur Partnerin, und alle solchen Schritte sind in Körpergegenbewegungsstellung, was durch das Unterdrehen des Körpers gegenüber den Füßen Ende des Chassés vorbereitet wird.

TL 06.03.2013 Rumba - Linksdrehung des Grundschritts

Oft sind Tänzer auch bei den Lateintänzen gewöhnt, an der Wand ausgerichtet zu tanzen, was aber (mit Ausnahmen bei Samba und Paso Doble) absolut nicht erforderlich ist, sondern nur als Lern-Hilfe gelten kann. So können gedrehte Grundschritte das Paar jederzeit abwechslungsreich anders im Raum ausrichten.
Und so funktioniert es bei Rumba (anolog auch bei Cha Cha Cha):
Nach dem Links-Vorwärts-Wiegeschritt wäre ohne Drehung die Linie des Seit-Schrittes im rechten Winkel zur Linie des Wiegeschritts. Dies wird verändert, indem man nach "Wie - ge" den kommenden linken Seit-Schritt in der Phase, wenn der Fuß sich seinen Weg sucht, rückwärts ansetzt und erst bei Belastung den Körper zur Fußstellung seitlich ausrichtet (endend "LF seit, leicht rück"). So erreicht man pro Takt einen Drehgrad von ca. 1/8.
Entsprechend wird der Seit-Schritt nach dem Rechts-Rück-Wiegeschritt vorwärts angesetzt (endend "RF seit") - wieder 1/8 Linksdrehung.

TL 27.02.2013 Tango - "Abschluss-Schritt"-Linie

Im Tango-Grundschritt ("Walk - Rockturn") betrachten wir die letzten 3 Schritte, also die Phase nach dem Wiegeschritt, bei der der Herr zählt: (1) RF rück; (2) LF seit, leicht vor; (3) RF schließt zu LF, leicht rück - Dame entsprechend gegengleich.
Diese Sequenz zählt man meist "Abschluss-Schritt", sie wird leider gerne verzerrt.
Die Linie zwischen dem Punkt, auf dem der Fuß des Schrittes 1 steht, und dem Punkt, den Schritt 2 erreicht, muss parallel zur Wand sein und darf sich nicht in die Raummitte ziehen.
Dies gilt für alle entsprechenden "Abschluss-Schritte", also z.B. auch beim geschlossenen Ende der Linksdrehungen etc. - ebenso bei der Geschlossenen Promenade (Closed Promenade), die besonders oft falsch getanzt wird, also die Dame beim "Zuklappen" von ihrer Linie gezerrt wird, anstatt die Laufrichtung entlang Tanzrichtung aufrechtzuerhalten.

Heben und Senken (1)

Wie man hoffentlich schon mal gehört hat, hebt man in den Standardtänzen (außer Tango) um "Schweben", meist Schwung, zu erzeugen.

Übung (solo):

Stelle dich mit geschlossenen Füßen auf.
Hebe aus den Füßen heraus so hoch, wie du kannst. Man könnte umgangssprachlich sagen "auf die Zehenspitzen" - wirklich auf die Zehenspitzen schaffen es natürlich nur Balletttänzer, also spricht die Standardtechnik auf Deutsch von "Ballen" - english "toe" (doch schon wieder "Spitze" ...)
Um das eventuell entstehende Wackeln zu unterdrücken, ist es hilfreich (wie so oft beim Tanzen), die Beine und Füße schmal zu halten, den Druck auf den Innenkannten der Füße zu haben. Achte darauf, trotz der Spannung in den Füßen die Knie flexibel zu lassen und nicht durchzudrücken!
Also: Heben - eine Weile oben bleiben; dann gefühlvoll Senken. - Und alles öfter Wiederholen; die Beine / Füße müssen trainiert werden, so oft man Zeit hat!

Regeln zur Fußarbeit (Standardtanz)

(Beachte "Anmerkungen zu 'Regeln' "!)
Anmerkung: Tango hat kein Heben. (hoffentlich selbstverständlich)

Bei einem flachen Vorwärtsschritt benutzt man die Ferse, damit der Fuß natürlich abrollen kann.
Schritte, vor denen bereits gehoben wurde, sind auf Ballen, außer sie besitzen die Eigenschaft "hoch, nicht im Fuß" ( = NFR).
Die Figuren beginnen unten, heben häufig im Laufe der Bewegung und enden unten (damit die nächste Figur wieder unten beginnen kann). Wenn man zu Übungszwecken am Figurenende anhält, ist es ratsam, den Zeitpunkt zu wählen, zu dem man noch oben ist, und das Senken dem Bewegungsablauf der nächsten Figur zuzuschlagen.

Bei Rückwärtsschritten ist auch die Fußarbeit des freiwerdenden Beines zu betrachten. Diese richtet sich nach dem letzten Zustand, den der Fuß bei einer vorangegangenen Aktivität hatte.
Beispiel 1:
 Vorherige Figur endete flach. Dann muss der freiwerdende Fuß eines kommenden Rückwärtsschrittes zunächst über die Ferse rollen.
Beispiel 2:
 In einer Figur ist man schon oben. Dann muss der freiwerdende Fuß eines kommenden Rückwärtsschrittes über den Ballen ziehen, außer man hat NFR.

Anmerkung zu "Regeln"

Wenn ich hier "Regeln" erkläre, gelten diese nicht immer für alle Figuren, aber für die meisten.
Es ist sinvoller, dass Regelabweichungen dann bei den konkreten Figuren erwähnt werden, als die Regel gar nicht aufzustellen, weil sie in bestimmten Spezailfällen nicht gelten würde.

Grundstellung zum Üben

Zum Solo-Üben ...

Stelle dich mit geschlossenen Füßen auf.


Achte auf einen aufrechten Oberkörper: Der Frontbereich unter den Rippenbögen muss lang sein, unterstützend stabilisierst du die Rückseite über die Rückenmuskulatur. Ebenso ist die Halspartie zwischen Schlüsselbein und Kinn lang.


Halte die Arme zur Seite. Die Oberarme fallen von den Schultern aus leicht ab. Die Ellenbogen und Unterarme sind leicht vor der Körperfront-Ebene. Damit man beim Heben der Arme die Schultern nicht verspannt oder gar hochzieht, stelle dir vor du wärst eine Marionette, und über die Fäden an den Händen werden die Arme hochgezogen (also ohne unnütze übermäßige Muskelverspannungen).


Die Beine sind grundsätzlich locker, man steht also mit leicht gebeugten, niemals durchgedrückten Knien da. Verlagere mal das Gewicht auf ein Bein, mal auf das andere (nicht durchdrücken, weich!).